Diese Webseite kann und will in keinem Fall eine persönliche Beratung durch einen Arzt ersetzen. Entscheidungen zur Behandlung, gerade bei so komplizierten Krankheitsbildern wie der SL-Bandverletzung, müssen immer im Einzelfall nach einer persönlichen Untersuchung getroffen werden.

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Verletzung

Die Behandlung einer SL-Bandverletzung muss sehr differenziert erfolgen. Nach Klärung der Befundes am Handgelenk, lassen sich verschiedene klinische Situationen unterscheiden ("Stadien"). Danach ergeben sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der SL-Bandverletzung

  • Ruhigstellung und Schmerzmittelgabe: in wenigen günstigen Fällen kann bei unvollständigen Verletzungen die sogenannte "symtomatische Therapie" ausreichend sein.
  • Arthroskopische Operation ("Schlüssellochchirurgie"): Über kleine (< 1cm) große Schnitte können Bandanteile entfernt oder die Handwurzel stabilisiert werden
  • Handtherapeutische Behandlung: Es gibt Hinweise, dass die Handwurzel durch eine Kräftigung des Bandapparats auch bei vollständiger Verletzung des SL-Bands ausreichend stabilisiert werden kann. Wir führen hierzu in Zusammenarbeit mit der DAHTH eine Studie durch
  • Direkte Naht des Bands: Innerhalb von etwa 6 Wochen nach Verletzung kann eine direkte Naht des SL-Bands versucht werden. Wir bevorzugen einen kleinen, schonenden ("halboffenen")Zugang zum Gelenk
  • Wiederherstellung des SL-Bands:Leider gibt es bis heute kein verlässliches Verfahren, das skapholunäre Band entsprechend seiner ursprünglichen Form und Funktion wiederherzustellen. Patienten sollten differenziert hinsichtlich der Behandlungsverfahren (Tenodese, Kapsulodese, Knochen-/Bandtransplantationen etc.) beraten werden.
  • Schmerznervendurchtrennung: Durch eine gezielte Durchtrennung der schmerzleitenden Fasern zum Handgelenk ("Denervation") können die Schmerzen oft reduziert werden, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Da ganz gezielt nur einzelne Nervenanteile durchtrennt werden, wird das Gefühl an der Haut nicht beeinträchtigt
  • "Rettungsoperation": Auch bei bereits eingetretenem Gelenkschaden kann durch z.B. durch eine Teilversteifung ("mediokarpale Teilarthrodese") langfristig eine schmerzfreie Beweglichkeit des Handgelenks mit gutem Bewegungsausmaß erreicht werden.